FSV Veritas Wittenberge/Breese vs. Teltower FV 1913

FSV Veritas Wittenberge/Breese vs. Teltower FV 1913

FSV Veritas Wittenberge/ Breese vs. Teltower FV 1913 e.V. 0:2 (0:2)

Fast schon traditionell mussten die TFV-Kicker am letzten Samstag, wie auch in den vergangenen Jahren im Dezember, die weite Auswärtsreise nach Wittenberge antreten.
Trotz des frühen Aufbruchs um 9 Uhr und einiger freitäglicher Weihnachtsfeiertermine gab es in diesem Jahr keinen kurzfristigen „Ausfall“ zu beklagen und das Team konnte vollständig und im Vollbesitz der Kräfte in die Mannschaftsbusse steigen.
Nach einer zweieinhalbstündigen Odyssee erreichte man dann das Stadion in Wittenberge. Dort wurde das Team vom gelbgesperrten und bestens gelaunten Wittenberger Jungsspund Robert Gericke begrüßt, der das Ende seiner Weihnachtsfeier vom Vortag direkt ins Stadion verlegt hatte.
Diesen launigen Auftakt wollte der TFV im eigenen Sinne gerne fortsetzen und gegen den direkten Konkurrenten die positiven Leistungen der Vorwochen bestätigen.
Die Bedingungen auf dem riesigen Wittenberger „Flugfeld“ waren bei böigem Wind, extrem tiefen und unebenen Rasengrün nicht gerade gemacht für Fußballästheten. Der TFV hatte, ungeachtet dessen, das Ziel ausgegeben solange wie möglich mit direktem und flachem Passspiel, die in dieser Serie wenig sattelfeste Wittenberger Abwehrreihe, zu zermürben.
So entwickelte sich in der Anfangsphase ein flottes Spiel mit Aktionen auf beiden Seiten. Die etwas gefährlicheren Szenen konnten dabei die Wittenberger für sich verbuchen, die durch Dabirifard und Touray zweimal knapp verzogen.
In der 22. Minute konnte sich TFV-Keeper Stein das erste Mal auszeichnen als er den Schuss von Dabirifard um den Pfosten lenkte. Zuvor war allerdings eine klare Abseitsstellung vom Schiedsrichtertrio übersehen worden.

Wenig später war Fortuna dem TFV aber wohlgesonnen als Limbach bei einem Befreiungsschlag im Strafraum nicht nur den Ball sondern auch klar den schnellen Touray traf. Die Pfeife des Unparteiischen blieb erneut stumm. Über den durchaus berechtigten Elfmeter hätte sich der TFV in dieser Aktion jedoch keineswegs beschweren können.
Die Teltower schafften es im weiteren Verlauf nun zunehmend die Spielkontrolle zu übernehmen. Die Zweikämpfe wurden bissiger geführt und die ankommenden Bälle in vorderster Front vom hünenhaften Kühne extrem gut gesichert. Zudem zeigte „Krause“ auch technische Feinheiten und setzte ein ums andere Mal die Außenspieler Gabler und Braun gekonnt in Szene.
Diese Sicherheit in der Ballbehauptung führte zu einem Übergewicht für den TFV, zumal Wittenberge sich Mitte der ersten Hälfte ausschließlich auf lange Bälle aus der Defensive konzentrierte. Die Teltower Defensivabteilung mit Peuke, Kuppke, Fenchel und Limbach war dabei stets hellwach und konnte jeden dieser Versuche konsequent klären.
Teltow verzeichnete seine erste große Möglichkeit nach guter Ecke von Limbach, als Gabler zentral völlig frei den Ball als Aufsetzer im weichen Boden versenkte und so die sichere Führung zunächst vergab. Wenig später machte es dann Stürmer Lukas Ferl besser.
Nach schöner Vorarbeit durch Gabler, folgte ein trockener Abschluss aus 18 Metern in die rechte untere Ecke. Begünstigt durch eine Platzunebenheit sprang der Ball über die Hand des Wittenberger Schlussmanns Ciechoradzki.

Ein wunderbarer Treffer, der zum richtigen Zeitpunkt fiel und den Teltowern in der Folgezeit sichtlich weiteren Auftrieb gab. Erneut ragten dabei Ferl und Kühne heraus und setzten Wittenberges Abwehr enorm zu. Die beiden konnten brillieren, da auch die beiden Sechser Schütt und Borchardt unermüdlich Löcher stopften und jeden Zweikampf energisch führten.
Kühne schrammte gegen Ende der ersten Hälfte um Millimeter am 0:2 vorbei, als er den Torwartabpraller nach erneutem wuchtigen Abschluss von Ferl nur leicht touchieren konnte.
Wenig später musste der Wittenberger Platzwart die Anzeigetafel trotzdem auf 2 für den TFV stellen. Nach Pass vom omnipräsenten Kühne konnte Verteidiger-Terrier Denny Peuke mit überaus energischem Einsatz Ferl freispielen, der sich mit seinem Abschluss um das ARD-Tor des Monats hätte bewerben können, wäre jemand zum Filmen vor Ort gewesen.
So bleibt allen nur die Erinnerung, wie der pfeilschnelle Angreifer aus halblinker Position den Ball formvollendet in den rechten Torwinkel schickte. Auch in Erinnerung blieb der mangelhafte Schiedsrichter Gernhard, der den grob regelwidrigen Einsatz an Peuke, Bruchteile nach dessen Torvorlage, zwingend mit Rot hätte ahnden müssen, sowie wie wenig später auch das Foul am erneut durchgebrochenen Ferl. Allein, auf dem Weg zum 0:3, vom letzten Verteidiger zu Fall gebracht, sieht das Regelwerk ausschließlich die rote Karte vor.
Aber sei es drum, seine Entscheidungen waren hüben wie drüben oftmals unverständlich und so war es bezeichnend, dass seine beste Aktion darin bestand, dem nach einem Zweikampf blutenden Fenchel, ein Taschentuch zu reichen.
Mit einer sicheren Führung ging es dann für den TFV in die Halbzeit. Aus selbiger kam die Truppe zum zweiten Durchgang mit der Maßgabe, schnell für klare Verhältnisse zu sorgen, um Wittenberge die Hoffnung auf Zählbares zu nehmen.

Das Spiel bot anschließend dem neutralen Zuschauer viel Spannung und reichlich Torraumszenen. Wittenberge fand besser ins Spiel und der TFV war jederzeit durch Konter gefährlich. Leider versäumten es die Mannen aus der Rübchenstadt eine der vielen hochkarätigen Möglichkeiten zu nutzen und schossen stattdessen Ciechoradzki berühmt.
Im Gegenzug konnten sich die Teltower auch bei ihrem Keeper Stein bedanken. Mit gelungenen Paraden nach Kopfball Metschulats und im direkten Duell mit Antkowiak behielt der Teltower Zerberus die Nerven und sicherte seinen Farben die Führung.
In der hektischen Schlussphase behielten alle TFV-Aktiven die Nerven und Co-Trainer Fritz brachte mit Rach, Dahlmann und Hennig noch einmal nachhaltige Qualität auf den Platz, um den Sieg am Ende letztlich souverän zu sichern.
Nach Schlusspfiff stand ein verdienter Sieg für den Teltower FV zu Buche, der vierte in Folge und der erste überhaupt gegen das Team aus der Prignitz.
Mit einer couragierten Partie gegen Eintracht Falkensee kann das Team zum Abschluss der Vorrunde auf einem einstelligen Tabellenplatz abschließen. Angesichts des missratenen Starts eine durchaus gelungene Aufholjagd.

TFV spielte mit:
Stein – Peuke, Kuppke, Fenchel, Limbach – Borchardt, Schütt, Braun, Gabler – Kühne, Ferl

Ab 61. Min – Rach für Kühne
Ab 63. Min – Dahlmann für Borchardt
Ab 72. Min – Hennig für Braun