1. Herrn Teltower FV 1913 e.V. vs. SG Michendorf e.V. 3:1

1. Herrn Teltower FV 1913 e.V. vs. SG Michendorf e.V. 3:1

 

 

Dank Lukas Ferl: Teltower FV kommt gegen Michendorf zum zweiten Saisonsieg

Am Jahrestag des Mauerfalls durfte der Teltower FV mit der SG Michendorf den Tabellendritten auf dem heimischen Jahnsportplatz als Gast begrüßen. Da die bisherige Saison eher einem misslungenem Bauprojekt ähnelt, sollte dieser Tag genutzt werden um wieder in die Erfolgsspur zu finden und das Projekt in die richtigen Bahnen zu lenken.
Als Erstes wollten die Teltower Fußballer dafür, im sportlichen Sinne, die Mauer wieder auferstehen lassen und brachten mit den Abwehrkanten Benjamin Kuppke, dem Hünen Dennis Rach, dem beinharten Denny Peuke und dem energischen Nils Limbach entsprechend fachkundiges Betonmischpersonal auf den Platz.

Im defensiven Mittelfeld sollte Vorarbeiter Steffen Borchardt den Beton geschmeidig halten und durch stete Bewegung und kräftiges Mischen zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen störendes Michendorfer Baumaterial entfernen. Der ganze Bautrupp sollte dann durch die Baupläne des kreativen Architekten Florian Adam über das Feld gelenkt werden. Die beiden offensiven Mauerspechte Ferl und Braun sollten dazu emsig in die Michendorfer Defensivreihe picken, um den einen oder anderen erfolgreichen Grenzübertritt für die Teltower zu ermöglichen.
Zu Beginn des Spiels wollten die Gäste aus Michendorf das Teltower Bauvorhaben nicht so ohne weiteres gestatten. Ein ums andere Mal kamen sie mit geradlinigem Spiel vornehmlich über die Außenbahnen und scharfen Eingaben zu hochkarätigen Einschussmöglichkeiten.
Diese wurden aber allesamt vom sonst treffsicheren Michendorfer Angriffspersonal vergeben oder vom routinierten Staatsratsvorsitzenden Stein im Teltower Kasten pariert.

Nach zwanzig Minuten ließen dann die Michendorfer Bemühungen spürbar nach und der TFV kam endlich dazu seine defensiven Bauarbeiten zu pausieren und auch mal Ausflüge jenseits der Grenze zu unternehmen.
Und die Teltower zeigten wie schnörkellos und einfach Fußball manchmal sein kann. Kapitän Kuppke fasste sich ein Herz und schlug einen perfekten langen Ball auf den linken Flügel zu Gabler. Dieser verwertete das Spielgerät mit einem Kontakt perfekt Richtung Grundlinie und konnte mit dem nächsten Kontakt scharf in die Mitte den mitgelaufenen Ferl mustergültig bedienen. Der vollendete ohne Mühe zur etwas überraschenden Führung in dieser Phase.
Danach war der TFV aber endgültig im Spiel und zeigte resolute Zweikampfführung und spielerische Elemente in perfekter Balance. Einzig die Chancenverwertung von Borchardt, Braun und Gabler ließ zu Wünschen übrig und Michendorf durfte sich in dieser Phase bei seinem Schlußmann Kroop bedanken, der mehrfach gut parierte.
Trotzdem war Michendorf an diesem Nachmittag ein dankbarer Gast und wohnte dem weiteren Verlauf des Teltower Bauprojekt wohlwollend bei. Staunend sahen die Spieler die Vorarbeit von Gabler auf A-Junior Braun, der direkt vollendete. Zwar kratze Kroop den Ball noch aus dem Tor und das Spiel lief trotz Teltower Jubeltraube noch zehn Sekunden weiter, doch der aufmerksame Assistent Klaus-Peter Lenz hatte sich bereits Richtung Mittellinie orientiert. An dieser Stelle muss man dem erfahrenen Mann ein großes Kompliment aussprechen und Respekt zollen, das er seinen Wimpel nun auch energisch hob und den guten Schiedsrichter Kreusche-Koch informierte, dass der Ball die Torlinie vollständig überschritten hatte. Für diesen war die Situation nicht eindeutig zu erkennen gewesen und so hatte das Schiedsrichterteam Gelegenheit zu zeigen, dass sie ihr Fach bestens verstehen und wie man auch in unteren Ligen ohne VAR regelkonform agieren kann.

Der TFV ging nun endlich einmal mit einer Führung zum Pausentee und war sich bewusst, dass der Gast keine weiteren Geschenke verteilen wollte und nach Wiederanpfiff mit aller Macht die Mauer zum Einsturz bringen wollte.
Mit gefährlichen Standardsituationen aus Ecken und Freistößen begannen die Michendorfer ihr Unterfangen. Bis zur 58. Minute gelang es dem TFV mit Glück und Geschick einen unerlaubten Mauerübertritt zur verhindern. Dann war es jedoch so weit. Siebert fand eine kleine Lücke im Bollwerk und konnte verkürzen.
Aber das war an diesem Tag nur ein wenig Schlacke im Teltower Beton. Von diesem Zeitpunkt an wurden die Michendorfer Spieler regelrecht in den Zweikämpfen aufgefressen. Einzig verbal waren sie noch wahrnehmbar und der TFV übernahm wieder eindeutig das Zepter.
Nachdem diverse Konter zur Vorentscheidung leichtfertig verspielt wurden und auch Gabler eine hundertprozentig Möglichkeit über die Latte des Michendorfer Gehäuses bugsierte, blieb es Ferl vorbehalten den letzten Beton aus dem TFV-Mischer zu schießen. Nach überragender Vorarbeit des eingewechselten Kühne konnte er zum umjubelten und erlösenden 3:1 einschießen.
Michendorf fiel abschließend nur noch mit einem sinnfreien Foulspiel gegen Stein nach Parade auf und zeigte deutlich, welchen Frust die Teltower Bauarbeiter an diesem Tag bei ihnen verbreitet hatten.
Das Fazit dieses in allen Belangen denkwürdigen Tages sollte sein, dass Abstiegskampf genau so funktioniert und das man auch daran Spaß haben kann. Wenn der Einsatz und die Moral stimmen, sollte der TFV dann auch zur Winterpause über dem Strich stehen.

TFV spielte mit:
Stein – Peuke, Kuppke, Rach, Limbach – Gabler, Borchardt, Adam, Hennig, Braun – Ferl

Ab 73. Min – Kühne für Hennig
Ab 74. Min – Czichy für Adam
Ab 85. Min – Rashied für Gabler